Laufender Betrieb – worauf du im Alltag achten solltest
Eine Photovoltaikanlage arbeitet weitgehend automatisch. Trotzdem helfen dir einfache, regelmäßige Kontrollen dabei, Abweichungen oder Ertragseinbußen frühzeitig zu erkennen. Viele dieser Prüfungen kannst du selbst durchführen – ganz ohne technisches Vorwissen. Besonders wichtig sind dabei das Monitoring und eine gelegentliche Sichtprüfung der Anlage.
- Ertragskontrolle: Prüfe regelmäßig die Stromerzeugung über die Monitoring-App oder das Webportal. Auffällige Abweichungen zum Vormonat oder zum Vorjahr sind ein erstes Warnsignal.
- Wechselrichter im Blick: Kontrolliere Statusanzeigen, Fehlermeldungen oder ungewöhnliche Geräusche. Moderne Geräte melden Störungen meist direkt per App oder Display.
- Modulverschmutzung: In den meisten Fällen reinigt sich die Anlage durch Regen selbst. Nur bei starker Verschmutzung durch Laub, Vogelkot oder Industrieemissionen kann eine Reinigung sinnvoll werden.
- Verschattung prüfen: Neue Bäume, Antennen oder saisonale Sonnenstände können Module zeitweise verschatten und so den Ertrag reduzieren.
- Sichtprüfung: Überprüfe ein- bis zweimal jährlich den Zustand der Module, sichtbarer Kabel und Steckverbindungen – soweit diese gefahrlos zugänglich sind.
Tipp: Ein kurzfristig niedriger Ertrag ist nicht automatisch ein technischer Defekt. Prüfe zuerst Wetterdaten, Jahreszeit und mögliche Verschattungen, bevor du von einer Störung ausgehst.
Regelmäßige Sichtkontrolle – das kannst du selbst erledigen
Ein- bis zweimal pro Jahr solltest du sichtbare Teile deiner PV-Anlage prüfen. Achte auf beschädigte Modulrahmen, lose Halterungen, Scheuerstellen an Kabeln sowie Veränderungen nach Sturm, Schnee oder starkem Wind. Diese einfache Kontrolle hilft, Schäden frühzeitig zu erkennen.
Elektrische Prüfung – sinnvoll alle 3 bis 4 Jahre
Elektrische Messungen wie Isolationsprüfung, Schutzleiterprüfung oder Kontrolle der Erdung dürfen nur durch Fachbetriebe erfolgen. Eine Prüfung nach DIN VDE 0105-100 erhöht die Betriebssicherheit, reduziert Brandrisiken und ist häufig Voraussetzung für den Versicherungsschutz.
Wann sich ein Fachbetrieb besonders lohnt
Bei Anlagen mit Batteriespeicher, Notstromfunktion, älteren Wechselrichtern oder komplexem Energiemanagement empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung durch den Installateur. Viele Fachbetriebe bieten Wartungspakete inklusive Messprotokoll, Firmware-Updates und Funktionsprüfung an.
Wo im Betrieb die meisten Probleme entstehen
Viele Störungen betreffen nicht die Module auf dem Dach, sondern elektronische und kommunikative Komponenten. Gerade hier wirken sich kleine Fehler oft direkt auf Ertrag, Eigenverbrauch oder Speicherfunktion aus.
Wechselrichter & Software
Firmware-Updates, Fehlercodes oder Kommunikationsabbrüche wirken sich sofort auf Ertrag und Einspeisung aus. Bleiben Meldungen unbeachtet, läuft die Anlage oft unbemerkt im Not- oder Teillastbetrieb.
Batteriespeicher & Ladeverhalten
Unstimmigkeiten bei Ladezyklen, Geräusche oder plötzliche Kapazitätsverluste sind typische Anzeichen für Fehlkonfiguration oder Softwareprobleme – hier ist frühzeitiges Eingreifen wichtig.
Wallbox & Energiemanagement
Probleme entstehen häufig durch fehlerhafte Kommunikation zwischen Wallbox, Wechselrichter und Smart Meter. Das betrifft vor allem Überschussladen und dynamische Tarife.
Dachintegrierte Systeme
Durch die bauliche Integration sind Schäden schwer erkennbar. Kleine Undichtigkeiten oder thermische Belastungen bleiben oft lange unbemerkt und sollten gezielt überprüft werden.
Was tun bei Leistungsverlust oder Störungen?
Sie vermuten, dass Ihre Anlage nicht mehr die gewohnte Leistung bringt? Dann lohnt es sich, systematisch vorzugehen. Viele Probleme lassen sich bereits mit einfachen Mitteln erkennen – manche erfordern jedoch fachliche Unterstützung.
Vergleich mit Monitoring-Daten
Kontrollieren Sie die aktuellen Tages- oder Wochenwerte. Ist der Ertrag auffällig niedrig im Vergleich zu vorherigen Zeiträumen? Achten Sie auch auf Wetterdaten als Vergleich.
Sichtprüfung von außen
Werfen Sie einen Blick auf das Dach: Gibt es neue Verschattungen, Verschmutzungen oder offensichtliche Schäden an Modulen, Halterungen oder Kabeln?
Wechselrichter kontrollieren
Prüfen Sie LEDs, Display oder App-Anzeige. Rote oder blinkende Leuchten deuten meist auf Fehlerzustände oder Sicherheitsabschaltungen hin.
Installateur oder Fachbetrieb kontaktieren
Bei unklaren Ursachen oder technischen Störungen ist es sinnvoll, die Anlage von einem Elektrofachbetrieb prüfen zu lassen. Halten Sie Ihre Monitoring-Daten für die Analyse bereit.
