Aufgeständerte Photovoltaikmodule in Reihen auf einem Flachdach
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PV auf dem Flachdach: Ost-West oder Süd, Ballast und Dachlast

Auf dem Flachdach entscheidest du zwischen dichter Ost-West-Belegung und Süd-Aufständerung. Danach zählen Ballast, Reibwert, Randabstände und die Tragreserve des Dachs. Hier rechnest du beide Varianten durch – mit Systemen von K2 Systems und novotegra.

Aufständern statt durchbohren

Auf dem Flachdach liegt die Unterkonstruktion meist lose auf der Dachhaut. Ballast und Reibung halten sie gegen Wind – ohne Bohrung durch die Abdichtung. Ob das funktioniert, entscheiden Dachneigung, Windlast am Standort, Reibwert der Auflage und die Tragreserve des Dachs.

≈ 2×so viele Module passen laut Fronius mit Ost-West statt Süd auf dieselbe Fläche
60 cmMindestabstand zum Dachrand bei K2 Dome – an Rand und Ecken greift der Wind am stärksten an
≈ 32 kg/m²Flächenlast im Modulfeld in einem K2-Planungsbeispiel, davon rund 22 kg Ballast

Rein ballastiert

Die Anlage steht frei und wird durch Ballaststeine gehalten. Bei K2 Dome geht das bis 3° Dachneigung. Der Ballast liegt in Profilen, Wannen oder Auslegern des Systems.

Mit Dachanbindung

Bei mehr Neigung, wenig Tragreserve oder hoher Windlast wird das System zusätzlich am Dach befestigt. Jede Durchdringung muss dann fachgerecht abgedichtet werden.

Ost-West oder Süd: Wie viele Module passen auf dein Flachdach?

Gib die Maße der freien Dachfläche ein. Der Rechner legt beide Varianten ins Raster – Süd mit Reihenabstand für schattenfreien Mittag am 21. Dezember, Ost-West in Doppelreihen ohne Abstand.

Deine Dachfläche

12,0 m
10,0 m
1,00 mK2 Dome verlangt mindestens 60 cm. Attika, Abläufe und Wartungswege können mehr erfordern.

Module

450 WpWert aus dem Datenblatt – wird beim Formatwechsel vorbelegt.

Aufständerung und Standort

Neigung bei Süd-Aufständerung
Ost-West rechnet der Rechner mit 10°.
Region
Bestimmt Sonnenhöhe im Winter und Ertrag: Norden um 54°, Mitte um 51°, Süden um 48° nördlicher Breite.

Ergebnis im Vergleich

Süd

Module–
Leistung–
Jahresertrag–

Ost-West

Module–
Leistung–
Jahresertrag–

Draufsicht, Norden oben. Gelb: Mittagsschatten der Süd-Reihen am 21. Dezember.

–

Sonnenhöhe am 21.12. mittags– Schattenlänge einer Süd-Reihe– Reihenabstand Süd (Mitte zu Mitte)– kWh je kWp, Süd / Ost-West–

Vereinfachte Rechnung: Module quer mit 2 cm Fuge. Süd-Reihen ohne Verschattung am 21. Dezember mittags, Ost-West-Paare mit 10° und je 5 cm Spalt an First und Kehle, ohne Wartungsgassen. Ertrag: rund 950 kWh je kWp im Bestfall in der Mitte Deutschlands, Norden und Süden ±10 %. Faktoren: Süd 10° 92 %, Süd 15° 95 %, Ost-West 10° 87 %. Ballast und Dachlast sind nicht enthalten – die verbindliche Belegung mit Ballastplan erstellt die Planungssoftware des Herstellers.

Ost-West oder Süd?

Die wichtigste Entscheidung auf dem Flachdach. Sie bestimmt Modulanzahl, Ertragsverlauf, Ballast und das passende System.

Ost-West

Dicht belegt, gleichmäßiger Tagesverlauf

Module in flachen Doppelreihen, Rücken an Rücken – bei K2 D-Dome mit 7°, 10° oder 15°, bei novotegra Flachdach III mit 10°. Weil kein Reihenabstand nötig ist, passen laut Fronius annähernd doppelt so viele Module aufs Dach. Der Ertrag je kWp liegt etwas unter Süd.

  • deutlich mehr Leistung auf derselben Fläche
  • Erzeugung morgens und nachmittags, flachere Mittagsspitze
  • niedriger, geschlossener Aufbau mit wenig Windangriff
Süd

Mehr Ertrag je Modul, mehr Abstand nötig

Module in Reihen nach Süden geneigt – bei K2 S-Dome mit 10° oder 15°, bei novotegra Flachdach II mit 13°. Damit sich die Reihen im Winter nicht verschatten, braucht es Abstand: Am 21. Dezember ist der Mittagsschatten in Deutschland etwa drei- bis viereinhalbmal so lang, wie die Aufständerung hoch ist.

  • höherer Ertrag je Modul
  • passt, wenn viel Fläche da ist und die Modulanzahl begrenzt ist
  • Windleitbleche schließen die Rückseite gegen den Wind
KriteriumOst-WestSüd
Leistung je Dachflächehoch – keine Reihenabständegeringer – Abstand gegen Winterschatten
Ertrag je kWprund 85–90 % des Bestwertsrund 90–95 % des Bestwerts
Tagesverlaufbreit, passt oft gut zum Verbrauchausgeprägte Mittagsspitze
Wind und Ballastgeschlossener, niedriger Aufbauoffene Rückseite, Windleitbleche nötig
StringsOst und West je eigener MPP-Tracker oder gleich lange Strings paralleleinheitliche Ausrichtung, einfache Stringplanung
WartungWartungsgassen im Modulfeld einplanenzwischen den Reihen begehbar

Werte gerundet, Bestwert = Süd mit rund 30° Neigung. Wie du Ost und West an den Wechselrichter anschließt, erklärt der Ratgeber Komplexe Dächer & mehrere Ausrichtungen.

Ballast, Dachlast und Dachhaut

Ballast hält die Anlage gegen Windsog – und belastet zugleich das Dach. Deshalb wird er für jedes Modulfeld berechnet, nicht geschätzt.

Tragfähigkeit prüfenGestell, Module und Ballast belasten das Dach zusätzlich. In einem Planungsbeispiel von K2 waren es rund 32 kg/m² im Modulfeld, davon etwa 22 kg Ballast. Bei Bestandsdächern prüft ein Tragwerksplaner die Reserven.
Ballast nach PlanDie Menge ergibt sich aus Windzone, Gebäudehöhe, Lage auf dem Dach und Reibwert. Am Rand und in den Ecken braucht es mehr – novotegra Flachdach III nimmt ihn dort in Ballastauslegern auf.
Reibwert messenPlanungstools wie K2 Base setzen einen Reibbeiwert von 0,5 an. Er hängt von Dachbahn und Auflage ab und sollte vor Ort geprüft werden, etwa mit dem Königsberger Reibwertermittlungs-Set.
Dachhaut schützenUnter jedem Auflagepunkt liegt eine Schutzunterlage, verträglich mit Bitumen oder Kunststoffbahn. novotegra Grundschienen gibt es mit durchgehender 6-mm-PE-Trennlage.
Wasser muss abfließenAbläufe und Notüberläufe bleiben frei. Liegen Schienen quer zum Gefälle, helfen Ausführungen mit Querentwässerung – bei novotegra 20 mm hohe Pads im Abstand von 610 mm.
Druckempfindliche DämmungAuf weicher Wärmedämmung verteilen größere Auflager die Last, etwa das novotegra Zusatzauflager 180 × 150 mm oder der K2 LoadSolver. Die Druckfestigkeit der Dämmung muss dazu passen.

Flachdach-Systeme im Überblick

K2 Systems und novotegra bieten Systeme für Ost-West, Süd, Gründach und flach geneigte Blechdächer. Die Wahl hängt von Ausrichtung, Modulbreite, Dachaufbau und Ballastbedarf ab.

SystemAufbauNeigungBesonderheitenIm Shop
K2 D-DomeDome 6Ost-West7°, 10°, 15°Vormontierte Base Sets für Modulbreiten von 960–1170 mm, Ballast in Dome-Porter-Profilen.Base Sets, Peak, Porter
K2 S-DomeDome 6Süd10°, 15°Windbreaker schließt die Rückseite der Reihe, vordere Auflagen über Dome SD.Dome SD, Windbreaker
novotegra Flachdach IIIOst-West10°Basiselemente 690 mm für 995–1070 mm, 840 mm für 1071–1145 mm breite Module. Ballastausleger am Rand, Kabelkanäle im System.Basiselemente, Stützen, Ausleger
novotegra Flachdach IISüd oder Ost-West13°Grundschiene 150-30 als Auflage- und Ballastebene, mit PE-Trennlage oder Querentwässerung. Windschott für den Süd-Aufbau.Grundschienen, Windschott, Ballastwannen
GründachK2 GreenRoof, novotegrameist SüdK2: 10°, 15°Das Substrat dient als Ballast. Die Bepflanzung muss niedrig bleiben, Drainage- und Retentionsschicht bleiben Teil des Dachaufbaus.K2 GreenRoof, Substratplatten, Stützen
Trapezblech flachHalle, CarportSüd, Module hochkant5°Hohe und niedrige Stützen auf 385-mm-Kurzprofilen, ohne Ballast direkt auf dem Blech verschraubt.Modulstützen 5°, Kurzprofile

Systemangaben nach Hersteller- und Produktunterlagen, Stand Oktober 2026. Welche Bauteile und wie viel Ballast dein Dach braucht, ergibt die Planung mit der Software des Herstellers.

So entsteht die Flachdach-Planung

Vom Dachaufbau bis zum Ballastplan – in dieser Reihenfolge vermeidest du teure Nacharbeit.

1

Dach prüfen

Tragreserve, Dachaufbau, Abdichtung, Attika, Abläufe und Zustand der Dachhaut aufnehmen.

2

Layout wählen

Ost-West oder Süd, Randabstände, Wartungsgassen und Schattenquellen wie Attika oder Aufbauten festlegen.

Zum Rechner →
3

Reibwert und Ballast

Reibwert prüfen, dann berechnet die Herstellersoftware Ballast je Feld, Rand und Ecke.

4

Montieren

Schutzunterlagen legen, System aufbauen, Ballast exakt nach Plan verteilen – nicht nach Gefühl.

5

Strings und Kabel

Ost und West richtig auf die MPP-Tracker verteilen, Leitungen in Kabelkanälen führen.

Zum String-Rechner →

K2 Systems und novotegra fürs Flachdach

Kernbauteile beider Systeme. Ballaststeine, Kleinteile und die vollständige Stückliste ergeben sich aus der Planung.

K2 Dome

Alle K2-Komponenten ansehen →

novotegra Flachdach II, III und Gründach

Alle novotegra-Komponenten ansehen →

Weiterführende Themen

Für die Planung deines Flachdachs brauchen wir

Mit diesen Angaben erstellen wir Belegung, Ballastplan und Materialliste.

Diese Angaben helfen zuerst

1
DachflächeMaße, Ausrichtung zur Himmelsrichtung, Gefälle, Attikahöhe und Aufbauten.
2
DachaufbauAbdichtung (Bitumen, Kunststoff, Kies, Gründach), Dämmung und Lage der Abläufe.
3
TragreserveZulässige Zusatzlast laut Statik oder Tragwerksplaner – sofern bekannt.
4
Standort und ModulPostleitzahl, Gebäudehöhe, gewünschtes Modul mit Maßen und Rahmenhöhe.

Flachdach-Anlage mit Ballastplan planen lassen

Schick uns Dachmaße, Fotos und dein Wunschmodul. Wir vergleichen Ost-West und Süd und stellen das passende System von K2 Systems oder novotegra mit Ballastplan und Materialliste zusammen.

PV Komplett liefert Komponenten und unterstützt bei Auswahl und Auslegung. Die Montage übernimmt ein Fachbetrieb, den elektrischen Anschluss eine Elektrofachkraft.

Häufige Fragen zu PV auf dem Flachdach

Ost-West oder Süd – was ist auf dem Flachdach besser?

Wenn die Fläche begrenzt ist, meist Ost-West: Ohne Reihenabstand passen laut Fronius annähernd doppelt so viele Module aufs Dach, und die Erzeugung verteilt sich besser über den Tag. Süd bringt mehr Ertrag je Modul und lohnt sich, wenn viel Fläche frei ist und die Modulanzahl begrenzt bleiben soll. Der Rechner vergleicht beide Varianten für deine Maße.

Wie viel Ballast braucht eine PV-Anlage auf dem Flachdach?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Windzone, Gebäudehöhe, Lage auf dem Dach, Reibwert und System bestimmen den Bedarf – am Rand und in den Ecken mehr als in der Feldmitte. In einem Planungsbeispiel von K2 lagen im Modulfeld rund 32 kg/m², davon etwa 22 kg Ballast. Den verbindlichen Ballastplan erstellt die Planungssoftware des Herstellers.

Muss die Dachhaut für die Montage durchbohrt werden?

Meist nicht. Flachdach-Systeme wie K2 Dome oder novotegra Flachdach II und III werden ballastiert und liegen auf Schutzunterlagen. K2 Dome geht rein ballastiert bis 3° Dachneigung. Reicht die Tragreserve für den Ballast nicht oder ist das Dach steiler, kommt eine zusätzliche Dachanbindung infrage – jede Durchdringung muss dann fachgerecht abgedichtet werden.

Welchen Reihenabstand brauche ich bei Süd-Aufständerung?

Er hängt von Neigung, Modulbreite und Breitengrad ab. Am 21. Dezember steht die Sonne mittags in Deutschland nur etwa 12 bis 19 Grad hoch – der Schatten ist dann drei- bis viereinhalbmal so lang, wie die Aufständerung hoch ist. Bei einem 1,13 m breiten Modul mit 10° sind das rund 0,6 bis 0,9 m Schattenlänge. Viele Systeme geben den Abstand über ihre Bauteile vor; ob sich Reihen im Winter verschatten, zeigt die Planungssoftware.

Wie weit muss die Anlage vom Dachrand entfernt sein?

K2 Dome verlangt mindestens 60 cm Abstand zum Dachrand. An Rand und Ecken wirkt der stärkste Windsog, dort steigt der Ballastbedarf. Eine hohe Attika verschattet die ersten Reihen und geht in die Windlast ein. Zu Brandwänden gelten zusätzlich die Abstände der Landesbauordnung.

Geht PV auf einem Gründach?

Ja, mit eigenen Gründach-Systemen. Bei novotegra nehmen Substratplatten den Ballast auf, darauf stehen hohe und tiefe Modulstützen. K2 bietet mit GreenRoof 2.0 Stützen für 10° und 15°. Die Bepflanzung muss niedrig bleiben, damit sie die Module nicht verschattet. Drainage- und Retentionsschichten bleiben Teil des Dachaufbaus.

Was ist der Reibwert und warum ist er wichtig?

Der Reibwert beschreibt, wie stark die Auflagen des Systems auf der Dachbahn haften. Je höher er ist, desto weniger Ballast braucht es gegen Verschieben durch Wind. Planungstools wie K2 Base setzen 0,5 an – der tatsächliche Wert hängt von Dachbahn, Verschmutzung und Auflage ab und sollte vor Ort gemessen werden.

Brauche ich einen Statiker für die Flachdach-Anlage?

Die Herstellersoftware weist das Montagesystem nach, nicht das Dach. Ob das Dach die Zusatzlast aus Gestell, Modulen und Ballast dauerhaft trägt, sollte bei Bestandsdächern ein Tragwerksplaner prüfen – besonders bei Leichtbau-, Trapez- und Hallendächern.